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Caffè Sospeso - Konzept wurde überarbeitet

Caffè sospeso

Mit einem Kaffee ganz einfach Gutes tun

Seit Anfang des Jahres 2019 gibt es in Kempten „aufgeschobene Kaffees“. Initiiert wurde diese Aktion vom City-Management Kempten und Vereinsmitglied Antonio Gennaro.

„In Italien ist der „Caffè sospeso“ weit verbreitet, das hat richtig Tradition“, so Antonio Gennaro, Inhaber des Caffè Baffetti in Kempten. Das Prinzip entstand in der Region um Neapel, als zwischen den beiden Weltkriegen die Gesellschaft sich grundlegend veränderte und viele Italiener am Rande des Existenzminimums leben mussten. Damals begannen die Menschen sich gegenseitig Kaffee zu bezahlen. Es funktioniert denkbar einfach: In allen teilnehmenden Cafés und Bäckereien kann der Kunde ein Getränk, in der Regel Kaffee, bestellen, aber zwei bezahlen. Das zweite Getränk wird „aufgeschoben“ und kann im Anschluss von Bedürftigen bestellt werden. „Der „sospeso“ wird notiert, ob auf einer Tafel oder mit einer Murmel im Glas ist egal. So weiß ich immer, wie viele Kaffees gespendet wurden“, erklärt Gennaro. Nicht nur Kaffee, auch andere Getränke, Kuchen oder ein Mittagessen kann so "aufgeschoben" werden.

Dem Aufruf des City-Managements sind spontan elf Gastronomen und Geschäfte in der Innenstadt gefolgt. Bis Ende des Jahres wurde von den Initiatoren getestet, ob der „aufgeschobene“ Kaffee in Kempten angenommen wird. Die teilnehmenden Geschäfte erhielten Türaufkleber und Flyer, um auf die Aktion aufmerksam zu machen. 

Florentien Waldmann, Projektmanagerin des City-Management Kempten, die das Projekt nun übernommen und auf den Prüfstand gestellt hat, hat das Konzept gemeinsam mit den Gastronomen überarbeitet. Denn es werden zwar zahlreiche Kaffees aufgeschoben, aber noch nicht so viele von Bedürftigen eingelöst. Es wurde deshalb ein neues Gutscheinsystem eingeführt: die vorgedruckten Gutscheine werden an die Gastronomen sowie die Kemptener Tafel und die Diakonie verteilt. Diese wiederum können diese an Bedürftige verteilen oder dem Kunden direkt geben, damit dieser den Gutschein selbst weitergibt, falls er möchte. Die Teilnehmer hoffen, dass so noch mehr potenzielle Empfänger eines „aufgeschobenen Kaffees“ von der Aktion erfahren und viele Kemptener sich daran beteiligen: „Auf diese Weise kann jeder Gast ganz einfach und schnell jemand anderem eine Freude machen.“ Für den Spender entstehen keinerlei Verpflichtungen und man kann sich sicher sein, dass die nette Geste ankommt. Geschäfte und Cafés, die noch mitmachen möchten, können sich an das City-Management wenden.

 Hier gibt es den „Caffè sospeso“:

Caffè Baffetti, Caffè Bellazzo, Caffè Roma, Conditorei und Bäckerei Wipper,  Café Etwas, da Toni, Marktcafé Liebenstein, Künstlerhaus, AZ Service-Center Bahnhofstraße, Franz & Xaver , Pano